Erlebnis Auwaldökologie

Burgaue 01Empfangen wurden die „Parthefrösche“ in der Burgaue von Mitarbeiterinnen des Flussrevitalisierungsprojekts „Lebendige Luppe": Dr. Maria Vlaic und Birgit Peil hatten allerlei Spiele und Experimente vorbereitet. Ein spannendes Vorhaben für beide Seiten, denn nach diesem Testlauf mit den jungen Naturschützern sollen weitere umweltpädagogische Maßnahmen dieser Art für interessierte Kindergruppen und Schulklassen folgen. Ziel des Projektes „Lebendige Luppe“ ist es, der Austrocknung des Auwaldes entgegenzuwirken, der Aue kontrolliert wieder mehr Wasser zuzuführen und damit für mehr Artenvielfalt in diesem Ökosystem zu sorgen. Einer der Projektpartner dieses Vorhabens ist der NABU Sachsen.

Am Flusslauf der begradigten Nahle galt es zu Beginn der Veranstaltung der Kindergruppe mit ins Wasser geworfenen Holzstöckchen die Fließgeschwindigkeit des tief unterhalb des Dammes liegenden Gewässers zu bestimmen: Knapp 8 km/h wurden ermittelt. Dabei liegt das künstlich geschaffene Flussbett der Nahle tiefer als der Grundwasserspiegel. Deshalb wird aus dem Auenwald hier wie an der Neuen Luppe ständig Wasser entzogen, was wiederum eine schleichende Austrocknung des Auenwaldes zur Folge hat. Dieses Problem wird noch dadurch verschärft, dass sich die Nahle immer tiefer in die Sohle schneidet. Der hohe Damm am Flusslauf verhindert zudem, dass bei Hochwasser regelmäßig der Auwald geflutet wird.

Burgaue 02Am Ufer der Nahle schöpften die „Parthefrösche“ relativ klares Wasser. Außerdem wurde die Außentemperatur am Flusslauf gemessen sowie rund 50 Meter entfernt im angrenzenden Auwald, wobei ein Unterschied von rund 3 Grad Celsius festgestellt wurde. Die Erkenntnis hieraus für die jungen Naturschützer: Der Wald reguliert das Klima und bindet Wasser in der Luft und in der Erde. 

Das grüne Unterholz im Bereich der Burgaue weist auf Gefahren hin, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind: Aufgrund der zunehmenden Austrocknung des Auwaldes breitet sich hier beispielsweise der Spitzahorn aus. Der Schattenwurf seiner großen Blätter nimmt der Eiche, dem typischen Auwaldbaum, das notwendige Licht zum Keimen.

Burgaue 03Es folgte ein Zwischenstopp mitten im Auwald, am Burgauenbach, der wesentlich langsamer als die zuvor besichtigte Nahle und in vielen Windungen durch den Auwald fließt. Auch hier der Stöckchentest: Das Holzteil im Wasser bewegte sich nur mit einer Geschwindigkeit von weniger als 1 km/h fort. Was der Burgauenbach an einer seiner vielen Flussbiegungen an Erde wegschwemmt wird an anderer Stelle wieder angeschwemmt. Dadurch verändert sich ständig das Flussbett. Den Gegenentwurf dieses naturnahen Gewässers konnten die „Parthefrösche“ im Auwald kurze Zeit später auch noch besichtigen: Der künstlich angelegte Bauerngraben sollte die Abwässer von Böhlitz-Ehrenberg entsorgen. Jetzt ist er nach Aussage von Maria Vlaic ein "ökologisch totes Gewässer".

Viel Spaß für die Teilnehmer auch bei einem lehrreichen Spiel auf einem Waldweg neben dem Burgauenbach. Eine Gruppe versucht im Geradeauslaufen ein Blatt Papier vor der Brust allein durch schnelles Rennen und ohne das Blatt mit den Händen festzuhalten vor dem Herunterfallen zu bewahren. Das gelingt auch über eine längere Distanz. Die andere Gruppe hat es schwerer. Es gelten die gleichen Spielregeln, allerdings mit einer entscheidenden Änderung für den Ausgang dieses Spieles: Die Teilnehmer dieser Gruppe müssen in Schlangenlinien rennen. Und schon fällt das Blatt Papier vor der Brust viel früher als bei den Geradeausläufern. Der Lerneffekt aus diesem Spiel? Das schnell und geradeaus fließende Gewässer nimmt die Sedimente mit, während das langsamer und in Biegungen fließende Schlamm und andere feste Bestandteile wieder an seinen Ufern ablagern kann.

Burgaue 04Burgaue 05Schnell war die Zeit rum. Eine letzte Frage galt es aber noch zu beantworten: Wie viele Fließgewässer gibt es in Leipzig? 115 sind es, in den meisten Fällen aber verrohrt und damit für Mensch und Natur unsichtbar. Zurück Richtung Portitz und Plaußig ging es erschöpft, aber mit vielen Eindrücken und umweltfreundlich mit einem Linienbus der Leipziger Verkehrsbetriebe. 

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Wer Interesse an Führungen und Veranstaltungen des Projekts "Lebendige Luppe" hat, wird im Internet unter www.Lebendige-Luppe.de fündig.

 

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