Entdeckungstour im Plaußiger Wäldchen

„Parthefrösche“ haben die Frühlingsboten gesucht

EF2015_02Neun junge Naturschützer kamen ins Plaußiger Wäldchen, wo ihre „Spürnasen“ gefragt waren, mit denen sie sehr leicht den appetitlich duftenden Bärlauch finden konnten, der in dem Waldstück nur an einer bestimmten Stelle wächst. Sein auffälliger Knoblauchgeruch unterscheidet den Bärlauch auch von den giftigen Maiglöckchen, die ähnlich aussehen. Wenn man den essbaren Bärlauch sammelt, muss man unbedingt aufpassen, ihn nicht mit dieser giftigen Pflanze zu verwechseln. Zum Zeitpunkt des Waldausflugs der „Parthefrösche“ hatten die Maiglöckchen ihre Blätter und Blüten aber noch nicht entfaltet.

Als nächstes entdeckten die „Parthefrösche“ eine Schwebfliege, die wie ein kleiner Kolibri in der Luft auf der Stelle schwirrte. NABU-Jugendgruppenleiter Joachim Richter fragte, warum dieses Insekt sich äußerlich kaum von Bienen und Wespen unterscheidet. Diese Frage war für die „Parthefrösche“ nicht leicht zu beantworten, aber einer der jungen Naturforscher hatte die richtige Antwort dann doch parat: Die Tiere wollen mit diesem Täuschungsmanöver mögliche Fressfeinde abschrecken. Obwohl die völlig ungefährlichen Schwebfliegen keinerlei Stacheln tragen, erwecken sie mit der nachgeahmten Wartfärbung den Anschein, dass sie im Verteidigungsfall zustechen könnten.

Als die „Parthefrösche“ eine Pflanze mit kleinen lila Blütenblättern entdeckten, war die Diagnose auch schnell gegfunden: Taubnessel. Doch es lohnt sich immer, noch etwas genauer hinzusehen, denn schließlich entpuppte sich das Gewächs als Gundermann. An einer andern Stelle im Wald fanden die Parthefrösche dann aber auch die ähnlich aussehende Taubnessel und stellenweise auch die weiß blühenden Buschwindröschen.

EF2015_03Einzelne Blüten und Grünpflanzen steckten die „Parthefrösche“ bei ihrer Pirsch durch den Wald auch in  Papiertütchen. Denn zuhause sollen sie diese pressen und sich eine Kurzgeschichte zu diesen Pflanzen ausdenken, die später in ein Forschertagebuch aller teilnehmenden Kinder Eingang finden soll. Mit diesem Beitrag wollen sich die „Parthefrösche“ an dem bundesweit alljährlich stattfindenden Wettbewerb „Erlebter Frühling“ der Naturschutzjugend beteiligen.

Abenteuerlich ging es dann auf verschlungen Pfaden und im Dauerlauf weiter zum sogenannten „MiMo“-Teich im Plaußiger Wäldchen. Die am Ufer stehende und früh blühende Weide ist im zeitigen Frühjahr eine beliebte Anflugstelle für Bienen, um den ersten Blütennektar einzusammeln, erklärte Joachim Richter den „Parthefröschen“.

EF2015_04Als nächstes fanden die Kinder bei ihrer Suche nach den Frühlingsboten einen Molch, der von allen bestaunt werden konnte.

Der Wald zeigte sich mit seiner vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt als spannender Ort für Entdeckungstouren, zu verschiedenen Jahreszeiten kann man hier immer neue Facetten erleben. Deshalb sind die nächsten Aktionen der „Parthefrösche“ im Plaußiger Wäldchen schon geplant.

Die NABU-Ortsgruppe Plaußig-Portitz freut sich über Spenden, mit denen die NAJU-Kindergruppe unterstützt wird! Sie können mit dem Stichwort „Plaußig-Portitz“ auf das NABU-Spendenkonto bei der Sparkasse Leipzig überwiesen werden (IBAN): DE88 8605 5592 1100 9119 59.

Am 9. Mai folgte ein zweiter Aktionstag: Wieder gingen die „Parthefrösche“ ins Plaußiger Wäldchen, um die Natur zu erforschen und die „Frühlingsboten“ zu suchen. Insbesondere die Bänderschnecke wurde intensiv und buchstäblich unter die Lupe genommen. Interessant und spannend können diese Weichtiere sein, denen viele Menschen oft nur mit Abneigung begegnen. Die Forschungsobjekte wurden zum Teil von den Kindern fotografiert, entdeckte Pflanzen wurden gepresst, und so entstand am Ende ein Forschertagebuch, von dem nun jedes teilnehmende Kind eine Kopie bekommen hat. Außerdem beteiligen sich die „Parthefrösche“ damit am bundesweiten NAJU-Wettbewerb „Erlebter Frühling“.

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Forschertagebuch

 

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